Was kostet eine Odoo-Einführung?
Die ehrliche Antwort lautet: Es hängt davon ab. Die unehrliche wäre eine Zahl. Was sich dagegen sauber sagen lässt, ist, woraus sich die Kosten zusammensetzen und was sie nach oben oder unten treibt — damit Sie einschätzen können, in welcher Größenordnung Sie planen, bevor Sie mit irgendjemandem sprechen.
Die fünf Posten
Zwei davon laufen monatlich, drei fallen einmalig an. Wer nur auf die Lizenz schaut, verschätzt sich am zuverlässigsten.
1. Lizenz
laufend, pro Benutzer und MonatOdoo Community kostet nichts — die Edition steht unter der LGPLv3 und ist frei nutzbar. Odoo Enterprise wird pro Benutzer und Monat abgerechnet, mit einem Aufschlag für einzelne Apps. Entscheidend für die Rechnung ist die Zahl der Benutzer, nicht die Zahl der Module: Wer zwölf Module für acht Leute aktiviert, zahlt weniger als wer drei Module für dreißig Leute braucht.
2. Hosting & Betrieb
laufend, monatlichServer, Updates, Backups, Überwachung. Drei Wege: die Odoo-Cloud, eigene Server oder ein Partner. Wir betreiben Odoo auf deutscher Infrastruktur. Der Posten ist der kleinste der laufenden Kosten und der, bei dem Sparen am ehesten teuer wird — ein Backup, das nie geprüft wurde, ist kein Backup.
3. Einführung
einmalig, größter PostenProzessaufnahme, Konzept, Konfiguration, Test, Go-live. In fast jedem Projekt der größte Block — und der einzige, den Sie selbst steuern können. Er wächst mit der Zahl der Module, mit der Zahl der Abteilungen, die mitreden, und vor allem mit jeder Abweichung vom Standard.
4. Datenübernahme
einmaligStammdaten, Artikel, Bestände, offene Posten. Der Aufwand hängt am Zustand der Altdaten, nicht an ihrer Menge. 20.000 saubere Artikel sind schneller umgezogen als 800, die in drei Excel-Dateien mit unterschiedlicher Schreibweise liegen.
5. Schulung
einmalig zum Start, danach bei BedarfDer Posten, an dem am häufigsten gespart wird. Und der, der sich am schnellsten rächt: Ein System, das niemand richtig bedient, wird umgangen — dann laufen die alten Excel-Dateien weiter, nur jetzt zusätzlich zur ERP-Lizenz.
Was den Preis nach oben treibt
- Jede Abweichung vom Standard. Sie kostet zweimal: einmal bei der Umsetzung und dann bei jedem Versionswechsel wieder.
- Unklare Prozesse. Was intern nicht entschieden ist, wird im Projekt entschieden — zum Projektstundensatz.
- Viele Abteilungen mit Vetorecht und niemand, der entscheidet.
- Altdaten, die niemand aufräumen will, aber alle mitnehmen möchten.
Was ihn senkt
- Im Standard bleiben, wo es irgend geht. Odoo kann mehr, als die meisten Betriebe zunächst nutzen.
- Stufenweise einführen statt alles auf einmal. Zwei Module, die laufen, sind mehr wert als acht, die halb konfiguriert sind.
- Eine Person im Haus, die das Projekt trägt und entscheiden darf.
- Vor der Migration aufräumen. Eine ERP-Einführung ist der günstigste Moment dafür, den Sie je haben.
Drei Größenordnungen
Nicht als Preisschild, sondern als Einordnung: In welcher dieser drei Situationen stecken Sie?
Schlanker Einstieg
Ein Betrieb, ein bis zwei Bereiche — etwa Vertrieb und Rechnung. Wenige Benutzer, Standard ohne Sonderwünsche, überschaubare Stammdaten. Die Einführung bleibt ein Projekt von Wochen, nicht von Monaten.
Der Normalfall im Mittelstand
Vertrieb, Einkauf, Lager und Buchhaltung greifen ineinander, dazu ein Altsystem, aus dem Daten übernommen werden. Mehrere Abteilungen sind beteiligt, einzelne Abläufe brauchen Anpassung. Hier entscheidet die Vorarbeit über die Kosten.
Fertigung & Mehrstandort
Sobald Fertigung, Stücklisten, mehrere Lager oder Standorte dazukommen, wird aus der Einführung ein echtes Projekt mit Phasenplan. Das ist keine andere Software, aber eine andere Größenordnung.
Häufige Fragen zu den Kosten
Warum steht hier keine Preisliste?
Weil eine Odoo-Einführung keine Ware im Regal ist. Die Lizenz lässt sich nachschlagen, aber die Einführung — der größte Posten — hängt an Ihren Modulen, Ihren Prozessen und dem Zustand Ihrer Daten. Eine Zahl ohne diesen Kontext würde im ersten Gespräch kassiert, damit ist niemandem gedient. Was wir tun können, ist die Posten transparent zu machen. Dafür ist diese Seite da.
Was ist der günstigste Weg, Odoo zu betreiben?
Community, selbst gehostet, im Standard, mit jemandem im Haus, der sich auskennt. Das funktioniert wirklich und kostet keine Lizenz. Die Rechnung kommt an anderer Stelle: Updates, Backups und Versionswechsel tragen Sie selbst, und es gibt keinen Support, den Sie anrufen können. Für manche kleinen Betriebe lohnt der Tausch, für die meisten nicht.
Was kostet ein Versionswechsel?
Bei Enterprise ist das Upgrade Teil der Lizenz. Die Arbeit steckt nicht im Standard, sondern in Ihren Anpassungen: Je mehr Sonderlocken in den Standard geschnitten wurden, desto teurer wird jeder Versionswechsel. Das ist der eigentliche Preis eines Sonderwunsches — und er wird erst Jahre später fällig.
Können wir klein anfangen und wachsen?
Ja, und meistens ist das der günstigere Weg. Module werden einzeln aktiviert, Benutzer nach Bedarf ergänzt, und zwischen Community und Enterprise lässt sich in beide Richtungen wechseln, ohne Daten zu verlieren. Mit zwei Modulen zu starten, die wirklich laufen, ist mehr wert als acht halb konfigurierte.
Was wird bei der Kalkulation am häufigsten vergessen?
Drei Dinge: die Zeit, die das eigene Team im Projekt verbringt, die Schulung und das Aufräumen der Altdaten. Keines davon steht auf einem Angebot, und alle drei entscheiden darüber, ob die Einführung funktioniert.
Größenordnung für Ihren Fall
Im Erstgespräch gehen wir die fünf Posten für Ihren Betrieb durch. Sie wissen danach, womit Sie rechnen müssen — auch wenn Sie sich gegen uns entscheiden.